Augen Auf

 

Projekt: „Augen auf! Rassismus und Einwanderungsfeindlichkeit entgegentreten“

Projektziele

Das Projekt „Augen auf! Rechtspopulistischem Rassismus entgegentreten“ dient der Sensibilisierung von Jugendlichen und Heranwachsenden sowie von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für die Gefährdung des öffentlichen Friedens und der Grundrechte. Dies betrifft besonders politische Bestrebungen von Flüchtlingen und Neueingewanderten, die sich anhand der Debatte um Flucht, Asyl und Einwanderung gegen grundlegende Normen des freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates wenden. „Augen auf!“ steht für demokratie- und menschenrechtsorientierte Normen und Werteorientierung. Weil Jugendliche und Heranwachsende für Denken in Schwarz-Weiß-Mustern besonders empfänglich sind und als wichtige Zielgruppe im Fokus von manipulativer Propaganda jedweder Couleur stehen, richtet sich das Projekt „Augen auf!“ präventiv an diese Gruppe.

Insgesamt zielt das Projekt auf die Erprobung von Modulen, die in den Regelstrukturen der Jugend- und Bildungsarbeit Verwendung finden können. In Zusammenarbeit mit Stiftungen, Landesbehörden und zivilgesellschaftlichen Akteuren soll eine Fortführung und der Ausbau der Projektarbeit ermöglicht werden. Methodische und inhaltliche Erkenntnisse aus der Projektarbeit sollen auch in andere Arbeitsbereiche transferiert werden.

Handlungskonzept

Die Workshops und Veranstaltungen im Projekt „Augen auf!“ richten sich an Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 14 bis 21 Jahren sowie an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren als auch an pädagogische Fachkräfte. Sie thematisieren insbesondere Schnittmengen zwischen traditionellen und neuen Formen des völkischen Rassismus und Antisemitismus mit kulturalistisch, islamfeindlich und xenophob motivierter Einwanderungs- und Flüchtlingsfeindlichkeit. In diesen Workshops und Veranstaltungen werden didaktische Konzepte und Arbeitsmaterialien entwickelt und erprobt.

Grundlage für die Workshops ist ein fortlaufendes Monitoring zu diesem Themenkomplex in Deutschland mit Schwerpunkt Berlin und den angrenzenden Bundesländern. Materialien aus diesem Monitoring werden in die Workshops und Veranstaltungen eingebracht. Auf Basis dieses Materials setzen sich die Jugendlichen dann mit dem Thema der Veranstaltung auseinander. Am Ende der Workshops sollen die Schülerinnen und Schüler gestalterisch tätig werden und ihre Reflexionen und Ergebnisse in Collagen oder Plakaten festhalten. Durch die Präsentation ihrer Arbeitsergebnisse in Veranstaltungen und Ausstellungen werden die Jugendlichen selbst zu lokalen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Die konkrete Ausgestaltung der Workshops erfolgt in enger Kommunikation mit den Lehrkräften entsprechend der Bedürfnislage und der soziokulturellen Struktur der Schulklassen. Wichtig ist auch eine Nachbesprechung der Workshops mit den Lehrkräften. Einerseits um das Bildungsangebot kontinuierlich den sich verändernden gesellschaftlichen Verhältnissen und den Lebenswelten der Jugendlichen anzupassen. Andererseits um die Ergebnisse der Workshops im Regelbetrieb der Bildungseinrichtungen nutzen zu können.

Zum Ende des Projekts werden die Erfahrungen aus diesen Workshops in Handreichungen für Pädagoginnen und Pädagogen umgesetzt und veröffentlicht.

 

Gefördert durch:

 

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Workshopreihe „Stolz auf Deutschland?!“ (Berlin Juni/Juli 2017)

Vom 19. Juni bis zum 17. Juli führte das Projekt „Augen auf!“ in enger Abstimmung mit der Klassenlehrerin und der Ethiklehrerin mit den Schüler*innen der Klasse 9c der Gail S. Halvorsen Schule (Integrierte Sekundarschule) in Berlin-Zehlendorf eine Reihe von vier Workshops durch. In den Workshops wurden die Themen „Heimat und Normen des Zusammenlebens in Deutschland“, „Rechte und Freiheiten 1790 im Vergleich zu 2017“ (Übung „Schritt und Stand 1790 in Preußen“), „Menschenrechte und ihre Geschichte“, „Wer ist Deutsche/r?“ (Nation und Staatsangehörigkeit – Gegenüberstellung Bundesrepublik Deutschland vs. NS-Diktatur) und „Menschenrechte im internationalen Vergleich“ in Gruppendiskussionen und Übungen bearbeitet.

In den beiden letzten Workshops der Reihe wurden die Schüler*innen in die Nutzung von Smartphone-Kameras für Interviews eingeführt – und setzten diese Kenntnisse in Interviews auf der Straße, in der Schule und mit Familienangehörigen um. Die Schüler*innen fragten ihre Interviewpartner*innen, worauf sie stolz sind und wofür sie sich schämen, wenn sie an Deutschland denken. Schließlich nahmen die Schüler*innen selbst zu der Frage Stellung, wofür sie sich einsetzen würden, um stolz auf Deutschland sein zu können. Das von den Schüler*innen erarbeitete Video-Material wurde vom JFDA in diesem Kurzfilm verarbeitet:

 

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