Purer Rassismus vor dem Bundeskanzleramt – zur Kundgebung „Für Deutsche Kultur in Deutschland“ am 04.07.2020

Am 04.07.2020 rief der Rechtsextreme Nikolai Nerling, auch bekannt als sogenannter „Volkslehrer“, zu einer Kundgebung vor dem Bundekanzleramt auf. An der Kundgebung nahmen unter anderem bekannte Neonazis sowie Vertreter*innen aus der Reichsbürgerszene und dem verschwörungsideologischen Spektrum teil.

Einer der Redner war Alex Schlimper, der ehemals bei der „Europäischen Aktion“, einer Vereinigung internationaler Holocaustleugner, aktiv war (vgl.  https://www.belltower.news/alex-schlimper-83359/). Bei seinem Auftritt trug Schlimper ein T-Shirt mit der Aufschrift „Solidarität mit Ursula Haverbeck“ und einem Foto von Haverbeck. Ursula Haverbeck wurde mehrmals wegen Volksverhetzung und Leugnung des Holocausts verurteilt und befindet sich seit 2018 in Haft.

Im weiteren Verlauf seiner Rede behauptete er, die Unterscheidung von „Rassen“ sei in der Black Lives Matter-Bewegung „angelegt“. Den rassistischen Größenwahn des nationalsozialistischen Deutschlands bezeichnete er als „weitverbreitete Lüge“. Kurz darauf bezog er sich positiv auf die nationalsozialistische Vorstellung von „Rassen“ als „Ordnungsprinzip“. Schlimper zog biologistische Vergleiche und behauptete, Weiße seien auf den Black Lives Matter-Kundgebungen „nur Verfügungsmasse der Schwarzen“. Grundlage dafür sei ein „staatlich implizierter Schuldkult“. Schlimper verwendete in seiner Rede mehrfach explizit rassistische Sprache.

Schlimper erklärte sodann Weiße zu Opfern des arabischen und osmanischen Sklavenhandels. Jeglicher Verweis auf die menschenverachtende Praxis der Sklaverei durch Deutsche und auf die durch Deutsche verübten Genozide auf dem afrikanischen Kontinent fehlte. Schwarze Menschen seien durch „Araber“ in die Sklaverei verschleppt worden und an „jüdische Reedereien“ verkauft worden.

Schließlich behauptete Schlimper, „Finanzeliten“ wollten einen Bolschewismus installieren und finanzierten Linksextremismus. Linksextremisten seien „Werkzeug“ von „großen Konzernen“ und „Finanzeliten“. Diese hätten auch Karl Marx finanziert. Linke Utopie habe das Ziel, bestehende Verhältnisse zu zerstören. Um dieses Ziel weltweit umzusetzen, müsse zuerst Deutschland als „geistiges Zentrum“ beherrscht werden. Dieses sei „Kerngebiet der weißen Menschheit“. Demokratische Politiker*innen seien nicht durch Wahlen, sondern „immer nur durch von den Finanzhaien finanzierte Revolutionen an die Macht gekommen“. Eine „kommunistische Machtübernahme“ könne in Deutschland aber nicht gelingen, da Deutsche am „Althergebrachten“ festhielten. Daher würden Einwanderer nach Deutschland geholt, um mit ihnen eine bolschewistische Revolution umzusetzen. Dies sei „gewürzt mit einem Schuldkult“ – das sei Black Lives Matter. Schlimper beendet seine Rede mit der Forderung nach „Rassentrennung“. „Rassenvermischung“ und „Multikulti“ seien „das Ende der Zivilisation“.

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