„Die AfD stinkt!“ (Borgmanns Blick)

Ja, Sie haben richtig gehört: die AfD stinkt. Sie stinkt nach abgestandenem Nationalismus, nach ekelerregender Fremdenfeindlichkeit, nach widerlichem Rassismus und nach abstoßendem Antisemitismus. Aber dennoch wurde die AfD von Hunderttausenden gewählt, werden Sie sagen. Falsch.
Nicht „dennoch“, sondern „deswegen“ wurde diese Partei gewählt. Diese diversen unerträglichen Gerüche bilden sozusagen den Markenkern einer Partei, die sich vor allem Hass und Ausgrenzung auf die Fahnen geschrieben hat.
Aber das sind doch nur Ostdeutsche, werden manche sagen. Menschen zweiter Klasse, das sagen sie ja schließlich selbst.
Ja, das sagen sie sogar selbst, um sich zu Opfern zu stilisieren, die sie nicht sind. Und im
Opfersein, im für das eigene Schicksal nicht auch selbst Verantwortung zu übernehmen, da sind wir Deutschen einig Vaterland. Schließlich haben wir Deutschen Ost wie West den Juden bis heute Auschwitz nicht verziehen, dass sie damit immer noch bei uns bis heute für ein schlechtes Gewissen sorgen können, das ist doch infam. Oder?
So haben viele Ostdeutsche den Westdeutschen die Milliardenhilfen nicht verziehen, die in den letzten 30 Jahren in den Osten transferiert wurden. Auch nicht die in dieser Zeit um fast 7 Jahre gestiegene durchschnittliche Lebenserwartung. Es spielt anscheinend auch keine Rolle, dass über 80 Prozent der befragten Wähler in Sachsen und Brandenburg ihre eigene wirtschaftliche Situation als gut einschätzen.
Natürlich – es gibt eklatante soziale Probleme. Natürlich es sollte besser sein und gerechter zugehen. Aber statt selbst die Initiative zu ergreifen und sich für eine von Solidarität für alle Menschen getragene Gesellschaft einzusetzen, kultiviert man lieber den vermeintlichen eigenen Opferstatus. Man lässt sich, ohne vor Scham zu erröten, als „abgehängt“ bezeichnen, so wie auf einem Güterbahnhof herumstehende antriebslose Waggons.
Und jetzt kommen die neuen Führer: die Gaulands, die Höckes, die Kalbitze. Sie bestärken ihre Wähler im Opfersein und im Umsichschlagen, gegen diejenigen, die vermeintlich in der gesellschaftlichen Hierarchie noch unter ihnen stehen: die Fremden, die Schwarzen, die Muslime und für einige auch noch die Juden: alles ein Pack, meinen sie. Es würde ihnen, also den Menschen 2. Klasse, bessergehen, wenn dieses Pack sonst wohin deportiert würde, schließlich sind Ausländer alle kriminell – selbst wenn sich nur wenige trauen das offen auszusprechen.
Schöne neue Welt des Ostens – Halt werden Sie sagen, so schlimm ist es doch noch gar nicht gekommen. Da sind ja Woidke und Kretschmer, die Garanten des Besseren. Schon möglich. Aber auch nur dann, wenn sie sich nicht die Nase zuhalten.
Es stinkt im Lande Sachsen und im Lande Brandenburg. Und das nicht nur bei der AfD, sondern auch bei deren Wählern.
Das wird man doch wohl noch sagen dürfen.

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