Kundgebung gegen möglichen Rudolf-Heß-Marsch

Unter dem Motto „Verantwortung für die Vergangenheit übernehmen – für Gegenwart und Zukunft“ versammelten sich am Samstagvormittag, den 17.8.2019, ca. 200 Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz, um gegen einen möglichen Neonazi-Aufmarsch zu Ehren des NS-Kriegsverbrechers Rudolf Heß zu demonstrieren. Auf der Kundgebung des „Bündnisses für ein weltoffenes und tolerantes Berlin“ sprach neben Bischof Dr. Markus Dröge u. a. die Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e. V. (JFDA), Lala Süsskind.
Zu Beginn störte ein Mann die Veranstaltung durch antisemitische Zwischenrufe, in denen er Juden als „die größten Verbrecher in der Geschichte“ bezeichnete. Die Polizei stellte die
Personalien des Mannes fest.

Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis hatte im gesamten Stadtgebiet mehr als 20 Kundgebungen angemeldet, um Neonazis zuvorzukommen und einen möglichen Aufmarsch zu erschweren. Statt in Berlin versammelten sich ca. 30 Neonazis in Ingelheim am Rhein, um Heß zu gedenken. Zur Demonstration hatte die rechtsextreme Kleinstpartei „Die Rechte“ aufgerufen.

In den vergangenen Jahren marschierten am Todestag von Heß mehrere hundert Neonazis durch Berlin. Der Stellvertreter Hitlers hatte sich am 17.8.1987 im Spandauer Kriegsverbrechergefängnis das Leben genommen. Zu Zeiten des Nationalsozialismus stand die Judenverfolgung im Mittelpunkt seines politischen Wirkens. Heß war unter anderem an der Formulierung der „Nürnberger Rassegesetze“ beteiligt.

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