Tausend Neonazis feiern bei Rechtsrockfestival in Ostritz (Sachsen)

Beim dritten „Schild und Schwert – Festival“ am 21./22.06.2019 feierten abermals etwa 1000 Neonazis im ostsächsischen Ostritz. Der mehrfach vorbestrafte Neonazi Thorsten Heise meldete die Veranstaltung als Versammlung an – das Gelände des ehemaligen Hotels „Neißeblick“ stellte der Inhaber Hans-Peter Fischer zu Verfügung. Das Festival (dessen Name nicht umsonst abgekürzt zu „SS“ wird), soll vielfältige Politik-, Musik-, Kampfsport- und Lifestyle- Angebote vereinen und bietet der Neonaziszene so eine wesentliche Plattform um sich untereinander zu vernetzen. Am Samstag traten zahlreiche prominente Rechtsrockbands in Ostritz auf, darunter etwa die Band „FLAK“ oder „Die Lunikoff-Verschwörung“. Für besonderes Aufsehen sorgte die Bekanntgabe der Hooligan-Band Kategorie C hatten, dass sie sich auflösen würden – der Auftritt beim „Schild und Schwert – Festival“ sollte ihre Abschiedskonzert sein. Schon im Vorfeld des Festivals gab es jedoch dieses Jahr einige Rückschläge für die Veranstalter: Das Kampfsportevent „Kampf der Nibelungen“, das am Freitag stattfinden sollte musste wegen zu weniger Kämpfer abgesagt werden. Um eine erhöhte Gefahr für Gewalt zu vermeiden, verhängte das Verwaltungsgericht Dresden für beide Tage ein Alkoholverbot auf dem Festivalgelände. Die Polizei beschlagnahmte tausende Liter Bier. Mehrfach wurden Journalisten von den Teilnehmern beleidigt, bespuckt, bedrängt und bedroht. Die Teilnehmer zeigten auf ihrer Kleidung und ihren Tattoos eine große Bandbreite an NS-verherrlichender Symbolik. In Reaktion auf das rechtsextreme Festival formierten sich Gegenproteste. Auf dem Marktplatz des Dorfes fand das „Ostritzer Friedensfest“ statt. Zudem meldete das Bündnis „Rechts rockt nicht“ eine Demonstration an, die durch die Innenstadt zog.

Video: Tuija Wigard, Linus Pook

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