Auf dem „Dritten Weg“ zurück ins Dritte Reich? (Borgmanns Blick)

Fackelzug von Neonazis in Plauen
Auf dem „Dritten Weg“ zurück ins Dritte Reich?
Wirklich?
Sind wir schon wieder so weit?

Nein, wir sind nicht wieder soweit. Wirklich nicht. Auch wenn Abgeordnete der Linken in Sachsen dies befürchten. Und auch nicht, wenn der Name der rechtsextremen Kleinstpartei „Der Dritte Weg“ dies nahelegt und wohl auch nahelegen soll. „Nationaler Sozialismus jetzt,“ skandieren Hunderte von ihnen, Neonazis, die mit Trommelwirbel und Fackeln am 1. Mai in Uniformen durch die sächsische Kreisstadt marschieren. Nein, den nationalen Sozialismus werden sie nicht bekommen, jetzt nicht und auch in Zukunft nicht. Auch wenn ihr Auftreten Angst und Schrecken verbreiten soll.
Nein ich bin sicher, wir haben in Deutschland eine gefestigte Demokratie und einen Rechtsstaat. – Nun vielleicht nicht überall oder vielleicht nicht überall besonders ausgeprägt.
Ich meine, es ist kein Zufall, dass diese Neonazis sich ausgerechnet einen Ort in Sachsen als Wahlheimat ausgesucht haben. Und ich meine es ist kein Zufall, wenn dort bei Polizei und Versammlungsbehörde Erstaunen herrscht, wenn dieser Aufmarsch präpotenter rechtsextremer Idioten von überall her kritisiert wird.
Ich bin es leid, immer wieder die Zahl rechtsextremistischer Demonstrationen und gewaltsamer Ausschreitungen in diesem Bundesland aufzählen und kritisieren zu müssen.
Herr, gib Ihnen Gehirn und eine rechtsstaatliche Gesinnung, die über jeden Zweifel erhaben ist.
Und verschaffe denen Aufmerksamkeit, die sich in diesem Bundesland seit Jahren zivilgesellschaftlich organisieren und versuchen ein selbstbewusstes und freiheitliches Sachsen zu ermöglichen. Ja richtig: es heißt Freistaat Sachsen. Frei von lächerlichem völkischem und rückwärts gewandtem Brimborium und Fackelschwenken, frei von Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit.
Und ja, Menschen die das wollen, die gibt es, auch in Plauen. Menschen, die sich wehren, die sich nicht erschrecken lassen, die den Fackelzug blockieren und die den Ruf Sachsens als freiem und freiheitlichem Staat begründen und erneuern können.
Auf diese Menschen kann Sachsen stolz sein. Wir brauchen sie.

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