Filmcafé zu Behinderung und Menschenwürde bei Ferienschule des Drop in e.V.

Deutschunterricht am Vormittag, Skatekurse oder Kletterpark am Nachmittag – neben dem Sprachenlernen ist Bewegung ein wichtiges Element der Ferienschulen, die der Verein Drop in e.V. regelmäßig für Geflüchtete anbietet. Am 24.April setzte das Projekt KeEzrach in diesem Rahmen ein Filmcafé zum Thema Behinderung und Inklusion für die rund 20 Teilnehmenden im Alter von 14 bis 20 Jahren der Drop in Osterferienschule um. Wir schauten mit den Teilnehmenden, die aus Somalia, Kambodscha, Vietnam, Afghanistan und Syrien stammen, den Film „Ziemlich beste Freunde“ und sprachen dann über die Situation von Menschen in Deutschland, die sich aufgrund einer Behinderung nur eingeschränkt selbständig bewegen können.

Der Film beschreibt eine besondere Begegnung: Philippe ist seit einem Unfall querschnittsgelähmt und täglich auf Assistenz angewiesen ist. Driss, der aus armen Verhältnissen stammt, ist für diese Aufgabe zwar nicht ausgebildet, wir aber trotzdem von Philippe eingestellt, weil er ihn im Gegensatz zu dessen restlichem Umfeld nicht auf seine Behinderung reduziert.

Die Teilnehmenden im Alter von 14 – 20 Jahren sprachen mit uns über die unterschiedlichen Lebenswelten der beiden Hauptfiguren und die spezielle Freundschaft, die sich zwischen ihnen im Lauf des Films dennoch entwickelt. Der Workshop öffnete, ausgehend von Philippes Einschränkungen, die Perspektive zu anderen Formen von Behinderung.

Schnell wurde auch klar, dass der soziale und finanzielle Status einer Person großen Einfluss auf ihre Chancen auf Teilhabe hat. Ein kurzer historischer Überblick zum Umgang mit Behinderung in Deutschland seit dem Mittelalter verdeutlichte den Teilnehmenden den langen Weg zum Konzept der Inklusion, also einer gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft. Die Teilnehmenden reflektierten dabei auch die Situation von Menschen mit Behinderung in ihren Herkunftsgesellschaften und setzten sich damit auseinander, welche Bedeutung die Unantastbarkeit der Menschenwürde für die Idee der Inklusion hat.

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