Ziemlich beste Freunde – Filmcafé zu Inklusion und Menschenwürde

„Das ist es, was ich will – kein Mitleid“ betont Philippe im Film „Ziemlich beste Freunde“ gegenüber einem Bekannten. Am 21. Februar 2019 nutzte das Team des Projektes „KeEzrach“ diesen Film als Grundlage für ein Filmcafé mit 13 Schüler*innen einer BQL-Klasse (Berufsqualifizierender Lehrgang) am Oberstufenzentrum Informations- und Medizintechnik in Neukölln, die überwiegend in Ägypten, Gambia, Syrien, Afghanistan und Deutschland aufgewachsen sind.

Ziel war es, die Teilnehmenden für die Grundlagen eines menschenwürdigen Umgangs mit dem Thema Behinderung zu sensibilisieren.

Der Film zeigt das Leben von Philippe, der seit einem Unfall querschnittsgelähmt ist und im Alltag auf Assistenz angewiesen ist. Driss, der für diese Aufgabe nicht ausgebildet ist, bekommt den Job trotzdem – denn er reduziert Philippe im Gegensatz zu dessen restlichem Umfeld nicht auf seine Behinderung. Anfangs vergisst Driss Philippes Einschränkungen sogar immer wieder und macht Witze auf Philippes Kosten. Im Verlauf des Films entwickelt sich eine spezielle Freundschaft zwischen den beiden, die viel voneinander lernen.

Nach dem Film diskutierten die Jugendlichen mit den Teamenden darüber, was das Besondere an Philippes Freundschaft zu Driss ist, was ihre unterschiedlichen Lebenswelten ausmacht und was die beiden voneinander lernen. Dann ging es darum, welche Herausforderungen in Philippes Leben der Film ausklammert und was es bedeutet, auf Assistenz angewiesen zu sein. Der Workshop öffnete auch die Perspektive zu unterschiedlichen Formen von Behinderung. Zur Sprache kam auch, welche Bedeutung der soziale Status eines Menschen mit Behinderung für die Teilhabe innerhalb der Gesellschaft spielen kann.

Ein kurzer historischer Überblick zum Umgang mit Behinderung in Deutschland seit dem Mittelalter verdeutlichte den Schüler*innen den langen Weg und die Grundlagen der Inklusionsidee. Am Ende waren sich die Teilnehmenden einig: es geht im Umgang mit Behinderung nicht um Mitleid, sondern um Menschenwürde.

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