„Migrantenschreck“: Rechtsextremer Waffenhändler vor Gericht

Vor dem Landgericht Berlin hat am 29.11.2018 die Hauptverhandlung gegen Mario R., den mutmaßlichen Betreiber des Online-Waffenversands „Migrantenschreck“, begonnen. Dem 35-Jährigen wird unerlaubter Waffenhandel in 193 Fällen vorgeworfen.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft habe R. im Jahr 2016 von Ungarn aus den Onlineshop betrieben und mit dem Versand von Schusswaffen nach Deutschland fast 110.000 Euro Gewinn erzielt. Der Versandhandel „Migrantenschreck“ hatte auf seiner Website explizit damit geworben, dass die Waffen zur Verteidigung gegen Asylsuchende eingesetzt werden könnten. In Werbevideos, in denen die Pistolen vorgeführt wurden, wurde u.a. auf Fotos von hochrangigen Politikern geschossen.

Der Angeklagte Mario R. ist kein Unbekannter. Im Jahre 2014 war er Aktivist der „Montagsmahnwachen für den Frieden“, bei denen sich regelmäßig rechte, verschwörungsideologische und antisemitische Akteure beteiligten. Später sympathisierte er mit der Alternative für Deutschland (AfD) und dem rechten Compact-Magazin. Gemeinsam mit dessen Chefredakteur und einem weiteren Mitarbeiter der Zeitschrift war er im Dezember 2015 bei einer Heftvorstellung im Rahmen von „Compact TV“ zu sehen.

R. war am 28.03.2018 in Budapest festgenommen und drei Monate später nach Berlin ausgeliefert worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Am ersten Verhandlungstag kam es nur zur Verlesung der Anklage. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt. Im Falle eine Verurteilung drohen dem Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft.

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