Staatlich organisierter Terror gegen Juden!

Staatlich organisierter Terror
gegen Juden!
Was bleibt
vom 9. November 1938?

Nun zunächst die Erinnerung an erschossene, erschlagene, gequälte und deportierte Juden. An brennende Synagogen, an eingeschlagene Schaufenster, an die Parole „Kauft nicht bei Juden“.
Terror gab es auch in der Provinz: in Wusterhausen an der Dosse, nördlich von Berlin stürmten Nazis das Bettengeschäft der Jüdin Conrades. Die Einrichtung wurde aus dem Fenster geworfen, die Besitzerin aus dem Haus gerissen, mit Teer beschmiert und mit Federn bedeckt. Geteert und gefedert.
Zuvor hatten die Lehrer der nahegelegenen Grundschule ihre Schüler vor dem Haus versammelt. Die Kinder sollten sehen, wie man mit Juden umgeht.

Die Ladenbesitzerin hat die Tortur überlebt, nicht zuletzt dank der heimlichen Hilfe einiger Bewohner des Ortes, die über den Terror der Nazis entsetzt waren.
Frau Conrades gelang es schließlich, in die USA zu entkommen – eine jüdische Ausnahmegeschichte.
Eine Ausnahme auch: die beiden Haupttäter wurden nach dem Krieg verurteilt – wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Keine Ausnahme gab es dann später für die 6 Millionen ermordeten Juden Europas – aber das wissen Sie ja längst.
Das wissen auch die Rechtsextremisten, die ausgerechnet jetzt, genau 80 Jahre später, am 9. November 2018 zu einer Demonstration „Für Deutschland“ aufrufen.
Und vom Schicksal der Juden Europas wissen auch diejenigen, die zum Boykott israelischer Waren und Dienstleistungen auffordern. „Kauft nicht bei Juden“ wagen sie nicht zu sagen, aber sie meinen es. Und wo bleibt das Positive? Es gibt den Staat Israel, in dem Millionen Juden Zuflucht gefunden haben und finden.
Es gibt etwa 200.000 Juden in Deutschland, trotz aller Sorgen über einen wachsenden Antisemitismus.
Und es gibt in Berlin den ersten Jüdischen Zukunftskongress. Motto der Veranstaltung:
„Weil ich hier leben will …“.
Na das ist doch schon was.

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