Trotz PR-Gag: Rechte Verlage floppen auf der Buchmesse

Auch in diesem Jahr waren wieder mehrere rechte Verlage bei der Buchmesse in Frankfurt vertreten. Dazu zählten Verlage wie „Junge Freiheit“, „Manuscriptum“ oder der Ares-Verlag. Insbesondere der Antaios-Verlag von Götz Kubitschek hatte versucht, durch einen PR-Gag erhöhte Medienaufmerksamkeit zu generieren.

Personen aus verschiedenen Spektren der Neuen Rechten waren zugegen. So ließ sich beispielsweise an der Vorstellung des Sammelbandes „Rechtes Christentum“ ein erneuter Schulterschluss zwischen AfD-Politikern und der rechtsextremen Identitären Bewegung ablesen. Volker Münz, kirchenpolitischer Sprecher der AfD, sprach neben den Sezessions-Autoren Martin „Lichtmesz“ Semlitsch und Caroline Sommerfeld, die sich nach eigener Aussage zur Identitären Bewegung zählt.

Insgesamt gab es aber relativ wenig Resonanz auf die Selbstdarstellung der Rechtsextremen, sowohl in den Medien als auch bei den Besuchern der Messe vor Ort. Dr. Matthias Quent vom Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena, erklärte im Interview:

„Letztendlich ist aber diese Inszenierung, dieser Versuch, Schlagzeilen zu machen und subversiv einzusickern, dann doch im Vergleich zu den Erfolgen, die im letzten Jahr gelungen sind, mit Störungen, mit Aufmärschen mit massiven Medienöffentlichkeiten, eher nach hinten losgegangen.“

Das sei einerseits so zu deuten, dass bei der sogenannten Neuen Rechten „der Wind raus ist“. Es sei aber auch Ergebnis eines gereiften Umgangs der Medien mit der Neuen Rechten und deren Inszenierungsfallen.

Auch die Messeleitung zeigte einen professionalisierten Umgang mit den rechtsradikalen Verlagen. Die Platzierung der Verlage jenseits der großen Ströme ist besser gelungen und auch das Sicherheitskonzept wurde seit dem letzten Jahr verbessert.

Bei der Buchvorstellung mit Björn Höcke versuchte der Manuscriptum-Verlag Pressevertreter auszuschließen. Auch bei einer Veranstaltung des rechtsoffenen Ahriman-Verlages versuchten Verlagsmitarbeiter die Berichterstattung über eine Buchvorstellung mit Fritz Erik Hoevels, Kopf des “Bund gegen Anpassung”, zu verhindern. Die Messeleitung positionierte sich aber deutlich und intervenierte im Sinne der Pressefreiheit.

Matthias Quent resümiert: „Das bedeutet, die liberale Öffentlichkeit, die sich hier findet, hat gelernt, wie man mit Rechtsradikalen umgehen soll.“

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