„Wehret den Anfängen!“ (Borgmanns Blick)

Aber den Anfängen zu wehren ist schwer. Besonders, wenn ausgerechnet der Präsident des Verfassungsschutzes Maaßen durch Wortklaubereien Zweifel an den rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz sät. Dass sich sein oberster Dienstherr Seehofer dann auch noch hinter ihn stellt, mag man noch dem Wahlkampf in Bayern zurechnen.

Aber dass sich jetzt auch noch ein Grüner, der Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, ungefragt an der Verbreitung dieser Zweifel beteiligt, zeigt, wie weit die Verharmlosung dieser Ereignisse schon reicht.

Dass diese drei Herren nicht wussten, welche Wirkungen ihre Äußerungen in der Öffentlichkeit haben würden, mag glauben, wer will. Ich glaube es nicht.

Auf ihre Worte berufen sich auch AfD und Rechtsextremisten.

So hat die Erosion der Demokratie schon längst die Mitte der Gesellschaft erreicht.

Dabei spielt auch die sächsische Polizei weiterhin eine verhängnisvolle Rolle. Den antisemitischen Überfall auf ein jüdisches Restaurant meldete sie erst Tage später der Öffentlichkeit, obwohl sie dazu längst eigene Erkenntnisse hatte.

„Wehret den Anfängen“, sagte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble. Wir alle sind gefordert. Denn wir sind die Mitte der Gesellschaft. Den Kopf frustriert in den Sand zu stecken, hilft nicht weiter.

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