Seehofer steht für Fremdenfeindlichkeit (Borgmanns Blick)

Seehofer
Wer bitte?
Na Seehofer!
Ist er nun doch zurückgetreten?

Nein, er ist nicht zurückgetreten. Warum sollte er auch? Der Religionswächter aus Bayern, der Islam-Verteufler, der Zyniker, der, der mit der CSU das ganze Land auf Trab hält. Er ist als Person in Wirklichkeit gar nicht interessant.

Seehofer steht für Engstirnigkeit, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus. Und mit dieser Haltung ist er nicht allein: Auch in der CDU gibt es viele Seehofers, große und kleine, selbst wenn sie sich jetzt aus Loyalität um Angela Merkel scharen. Und in den übrigen Parteien? Da gibt es sie auch.

Der Zweikampf zwischen Merkel und Seehofer zeigt einen grundsätzlichen politischen Bruch, der quer durch unser Land geht. Und die Nationalisten, sie sind in der Offensive. Sie jagen nicht nur die Bundeskanzlerin – sie jagen uns alle.

Sie heizen Ängste gegenüber Fremden an, sie machen kriminelle Taten Einzelner allen zum Vorwurf. Sie fordern Ausgrenzung und Abschottung. Und sie haben damit Erfolg.

Wo sind unsere Tränen für die über 1000 Flüchtlinge, die allein in diesem Jahr jämmerlich im Mittelmeer ertrunken sind? Wo ist unser Mitleid für die Mütter, Väter und Kinder, die der „Verzweiflungskultur“ des Krieges entkommen waren und nun einen barbarischen Tod zum Opfer gefallen sind?

Wo sind die lauten Stimmen, die es jetzt noch wagen, Flüchtlinge in Deutschland willkommen zu heißen?

Sind wir heiser geworden? Sind wir kraftlos geworden? Sind wir nicht in der Lage, Offenheit und Rechtsstaatlichkeit klug zu verbinden? Sind wir unfähig, unsere Justiz und unsere Verwaltung so zu organisieren, dass sie mit diesen Anforderungen fertig wird?

Wir können nicht die ganze Welt retten, meinen Sie? Das ist richtig. Aber ausgerechnet als Deutsche wieder Mauern aufzubauen – das ist armselig.

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