Feminismus von rechts? Frauenmarsch in Berlin

Etwa 500 Menschen beteiligten sich am 09.06.2018 an der Neuauflage des rechten „Frauenmarsches“ in Berlin. Das Demonstrationsbündnis um das AfD-Mitglied Leyla Bilge hatte bereits im Februar dieses Jahres versucht, durch Berlin zu ziehen. Seinerzeit musste der Protestzug kurz nach dem Start umkehren, weil die Marschroute von Gegendemonstrant_innen blockiert wurde.

Auf Plakaten und in Redebeiträgen instrumentalisierten die Protestierenden am Samstag frauenpolitische Zwecke für ihre rassistische Agenda. Angriffe auf die sexuelle Selbstbestimmung und die Frauenrechte scheinen für die Anhängerinnen und Anhänger des „Frauenmarsches“ nur von ausländischen Männern auszugehen. Eine Rednerin sprach von den „wunderbaren Töchter Europas“, deren Sicherheit „durch offene, ungeschützte Grenzen“ bedroht seien.

Der Frauenmarsch startete in Kreuzberg und führte über die Friedrichstraße, durch das Brandenburger Tor, vorbei am Reichstag bis zum Bundeskanzleramt. An der Demonstration beteiligten sich neben AfD-Anhängern auch Sympathisanten der rechtsextremen „Identitären Bewegung“.

Mehrere hundert Menschen taten am Rande der Aufzugstreckte immer wieder ihren Unmut gegen den rechten Aufmarsch kund. Die Gegendemonstrant_innen sprachen sich gegen Rassismus und Sexismus aus. Ein Blockadeversuch am Brandenburger Tor konnte schnell durch die Polizei unterbunden werden.

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