Mahmud Abbas: Die Juden sind am Holocaust selber schuld – Wo bleibt der Aufschrei? (Borgmanns Blick)

Mahmud Abbas: Die Juden sind am Holocaust selber schuld – Wo bleibt der Aufschrei? (Borgmanns Blick)

Reinhard Borgmanns Kommentar zur Rede Mahmud Abbas‘, in der dieser den Holocaust aufs „soziale Verhalten der Juden” zurückführte.

Nun, einen Aufschrei? Einen Aufschrei gegen Palästinenserpräsident Mahmud Abbas? Er sagt: Der Holocaust sei nicht durch Antisemitismus ausgelöst worden, sondern durch das „soziale Verhalten“ der Juden. Und dazu zählt Abbas unter anderem das Verleihen von Geld.
Das ist Antisemitismus pur. Da wird die Fratze des profitgierigen jüdischen Geldverleihers beschworen. Und das auch noch live im Fernsehen – übertragen in einer Rede vor dem palästinensischen Nationalrat.

Dennoch: Einen Aufschrei, den gibt es nicht. Zumindest nicht in Deutschland. Was es gibt: Eine Stellungnahme des Bundesaußenministers – auf Twitter. Heiko Maas schreibt:
„Wir treten gegen jegliche Relativierung des Holocausts ein. Die Verantwortung für das grausamste Verbrechen der Menschheitsgeschichte trägt Deutschland. Die Erinnerung daran bleibt uns Mahnung und Auftrag, weltweit jeder Form von Antisemitismus sehr entschlossen zu begegnen.”

Das ist gut so. Aber was noch? Nur von einer förmlichen Protestnote ist zu hören. Aber Botschafter einbestellt? Zuwendungen an die Autonomiebehörde gekürzt? In der EU eine gemeinsame Stellungnahme angestrebt?

Alles Fehlanzeige. Also etwa irrelevant? Oder in Kauf genommen, weil die Hamas noch schlimmer ist als die PLO? Immerhin bestreitet Abbas nicht das Existenzrecht Israels.
Da darf man dann die Opfer des Holocaust verhöhnen, ohne einschneidende Konsequenzen zu befürchten? Anscheinend ja.

Kein Aufschrei, nirgends.

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