Gescheiterte Geiselnahme in der Gedenkstätte für die Deportierten aus Mayenne, Frankreich

Gescheiterte Geiselnahme in der Gedenkstätte für die Deportierten aus Mayenne, Frankreich

Der Verdächtige frequentierte regelmäßig antisemitische Websites und trug eine Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ bei sich

24.04.2018, Mayenne – Ein junger Mann kaufte sich am vergangenen Dienstag gegen 15 Uhr ein Ticket für das „Mémorial des Déportées de la Mayenne“. Ein Ort des Gedenkens an jene, die während des Nationalsozialismus aus der westfranzösischen Region in die Konzentrationslager deportiert wurden.
Nur kurze Zeit später verließ der 20-jährige die Gedenkstätte wieder, um in seinem Auto ein nicht-geladenes Gewehr zu holen. Er bedrohte einen Mitarbeiter des Memorials mit den Worten „Dies ist eine Geiselnahme“. Der Angestellte konnte um Hilfe rufen und den Angreifer überwältigen, der sich kurz darauf der Polizei stellte.
Der selbsternannte „Nationalist“ wird als isoliert und psychisch instabil beschrieben, es sind keine Vorstrafen bekannt. In seinem Rucksack führte er diverse antisemitische Bücher mit sich. Neben einer Ausgabe von „Mein Kampf“, wurden Titel wie „Die jüdische Mafia“, „Psychoanalyse des Judentums“ und ein Buch des rechtsextremen Essayisten Alain Soral gefunden.
Der Staatsanwalt Guirec Le Bras bestätigt, dass der Verdächtige regelmäßig nationalistische Internetseiten konsultierte, wo er vor allem antisemitische Ideen recherchierte.
Der gescheiterte Geiselnehmer befindet sich nun in Polizeigewahrsam. Ermittlungen wegen Waffengewalt und illegalen Besitzes und Transport von Waffen wurden aufgenommen.

Foto: Apmd53, verändert, Lizenz: CC BY-SA 4.0

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