AfD, Identitäre, Neonazis: „Zukunft Heimat“ floppt in Jüterbog

Am Freitag, den 13.04.2018, haben etwa 150 Menschen im brandenburgischen Jüterbog an einer flüchtlingsfeindlichen Kundgebung der Organisation „Zukunft Heimat“ teilgenommen. Als Redner traten auf dem Marktplatz der Kleinstadt neben dem Organisator Christoph Berndt auch Birgit Bessin (MdL, AfD) und Sigfried Däbritz (Pegida) auf. Mit Begriffen wie „Eurabien“ versuchten die Redner das Schreckgespenst einer „Islamisierung“ heraufzubeschwören. Däbritz bezeichnete die Vorstellung einer Bundesrepublik, in der es keine Muslime mehr gebe, als „Land, in dem wir gut und gerne leben“.

Bessin beschwerte sich in ihrer Rede über die „Nazi-Keule“, mit der „Zukunft Heimat“ angeblich mundtot gemacht werden solle. Berichte über die Teilnahme von Neonazis an Aufmärschen von „Zukunft Heimat“ bezeichnete sie als „Fake News“. Unter den Zuhörenden befanden sich zu dieser Zeit nicht nur etliche Personen, die einschlägige Kleidungsmarken wie „Thor Steinar“ oder „Pro Violence“ trugen, sondern auch ein Mann, auf dessen T-Shirt die Aufschrift „Nationaler Sozialist“ prangte.

Mit Karsten Vielhaber und Jannik Brämer befanden sich zudem zwei bekannte Aktivisten der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ unter den Teilnehmenden. Brämer fungierte früher als Schatzmeister der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ in Berlin. Gegen ihn wurde im vergangenen Jahr Haftbefehl wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung erlassen, weil er am Rande einer Aktion der „Identitären“ versucht haben soll, einen Zivilpolizisten mit einem Kleintransporter umzufahren.

Etliche Sympathisanten von „Zukunft Heimat“ hatten es nicht auf den Marktplatz geschafft, weil sie an der polizeilichen Auflage scheiterten, keinen Alkohol und keine Glasflaschen auf der Versammlung mit sich zu führen. Einer von ihnen hob während der Nationalhymne am Rande der Kundgebung für mehrere Sekunden seinen rechten Arm zum Hitlergruß.

Etwa 100 Menschen protestierten in der Nähe des Marktplatzes gegen die rassistische Kundgebung. Der Zusammenschluss „Zukunft Heimat“ demonstriert seit 2015 regelmäßig gegen Flüchtlinge. Die größten Erfolge konnte der Verein im vergangenen Jahr in Cottbus verbuchen, wo zu Spitzenzeiten mehrere tausend Menschen auf die Straße gingen. Dass es ihr nicht gelungen ist, in Jüterbog einen mit Blick auf die Teilnehmerzahl und die Ausdrucksstärke wenigstens ansatzweise vergleichbaren Protest auf die Straße zu bringen, wird die Organisation wohl als Misserfolg verbuchen müssen.

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