Diether Dehm diffamiert Außenminister Maas als „NATO-Strichjungen“

Am vergangenen Samstag hat der Bundestagsabgeordnete Diether Dehm (Die Linke) auf dem Berliner Ostermarsch den Außenminister Heiko Maas (SPD) diffamiert. Dehm bezeichnete Maas in seinem Redebeitrag als „gut gestylten NATO-Strichjungen“. Auf Nachfrage am Rande der Demonstration wiederholte Dehm diese Formulierung und fügte hinzu: „Ich hätte auch NATO-Nutte sagen können.“

Für seine Äußerung erntet Dehm seitdem viel Kritik aus den eigenen Reihen. Berlins Kultursenator Klaus Lederer reagierte noch am Samstag und sprach von „projiziertem Selbstmitleid des in die Tage gekommenen Möchtegern-Gigolos und Möchtegern-Popstars, getarnt als politische Haltung.“ Frank Laubenburg, Bundessprecher von Die Linke.queer, erinnerte daran, dass „Strichjungen“ zu den Opfergruppen des Nationalsozialismus gehört hatten.

Auch beim Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA), das am Samstag bei Twitter auf Dehms Aussage aufmerksam gemacht hatte, stieß dessen Wortwahl auf Kritik. „Dehms Formulierung verhöhnt eine Opfergruppe des Nationalsozialismus und stigmatisiert Sexarbeiter. Ein solch unflätiger Jargon hat in der politischen Auseinandersetzung nichts zu suchen“, sagte der Sprecher des JFDA, Levi Salomon.

Am Dienstag distanzierte sich auch der Bundesvorsitzende der Linken, Bernd Riexinger, von Dehms Aussage. Zwischenzeitlich hatte zudem der Berliner Bezirkspolitiker Oliver Nöll ein Parteiordnungsverfahren mit dem Ziel des Parteiausschlusses beantragt. Die Landesvorsitzende der Linkspartei in Berlin unterstützte diesen Vorstoß und schrieb: „Dehm hat mit seinen Querfront-Aktivitäten, ehrverletzenden Vergleichen, antisemitischen und homophoben Äußerungen der Linken fortgesetzt Schaden zugeführt.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Dehm parteiintern und darüber hinaus in die Kritik gerät. So gilt er als Unterstützer des ehemaligen Radiomoderators Ken Jebsen und der verschwörungsideologischen Mahnwachen für den Frieden, die sich im Zuge der so genannten Ukraine-Krise bundesweit formiert hatten. Auch am Samstag offenbarte sich in den Redebeiträgen und auf vielen Plakaten das dichotome Weltbild vieler Protestler: Die USA sind böse, Russland ist gut.

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