Verhaftung des rechtsterroristischen Attentäters von Düsseldorf

Die Verhaftung des rechtsextremen Terroristen, der vor 16 Jahren den Anschlag auf eine Gruppe, mehrheitlich jüdischer Schüler_innen verübte, bei dem sieben Frauen und drei Männer getroffen wurden, wirft Fragen zum bisherigen Umgang mit gewaltbereitem Antisemitismus in rechtsextremen Kreisen auf.

Nach dem Anschlag im Jahr 2000 sagte Paul Spiegel, Zentralratspräsident der Juden in Deutschland, „es wäre für uns alle einfacher, wenn der oder die Täter endlich ein Gesicht bekämen.“ Der Täter hat nun ein Gesicht bekommen. Aber nicht das, was man sich 2000 eingestehen wollte. Er wurde bereits kurz nach der Tat einmal festgenommen, er war ein stadtbekannter Neonazi, der einen Militaria-Laden betrieb. Er wurde aber wieder freigelassen. Zudem gab ein damals mit dem Fall betreuter Beamter zu verlauten, dass es „keine zuverlässigen Anhaltspunkte dafür gäbe, die Tat einem ausländerfeindlichen oder rechtsradikalen Hintergrund zuzuordnen.“

Nach den NSU Anschlägen und dem Bekanntwerden, dass die NSU offenbar Adressen von 230 jüdischen Einrichtungen in ganz Deutschland sammelte und diese mit Stadtplanausschnitten und Auspäh-Notizen versahen und auch nach der Verhaftung einer antisemitischen Gruppe der sogenannten Reichsbürger, rückt die neuste Meldung über die Verhaftung des Rechtsterroristen aus Düsseldorf in ein neues Licht. Es drängt sich die Frage auf, was wir in den letzten 16 Jahren verpasst haben. Trotz verschiedener Bildungsmaßnahmen, hat der rechtsterroristische Antisemitismus zugenommen. Es ist wichtig, den gewaltbereiten Antisemitismus als grundlegenden Teil rechtsterroristischer Ideologie ernst zu nehmen. Sicherheitsbemühungen und Bildungsinitiativen müssen mehr denn je darauf eingehen. Ein Anschlag wie 2000 darf sich nicht wiederholen.

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Photo: Tatverdächtiger Ralf S. / Quelle: Facebook

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