Reif für die Anstalt? – Zur Psychologie des Verschwörungsglaubens

Montag, 19. Dezember 2016; 18-20 Uhr; Humboldt-Universität-Berlin, Hauptgebäude, Raum 2093

 

Anhänger_innen von Verschwörungsideologien haben es nicht leicht. Nicht nur weigert sich ein großer Teil der unwissenden Bevölkerung, ihren kreativen Erklärungsversuchen für die Schieflage der Welt Gehör zu schenken, sondern sie werden auch noch regelmäßig Gegenstand von Spott und Hohn. Diese „Aluhüte“ seien bestenfalls Spinner_innen, die man belächeln könne, schlimmstenfalls gefährliche Verrückte, die am besten gleich weggesperrt gehörten.

So verhält es sich beispielsweise auch mit Reichsideolog_innen, Menschen also, die aus verschiedensten Gründen annehmen, Deutschland sei kein Staat und existiere eigentlich gar nicht. Zunächst wurden sie als „Reichsdeppen“ verhöhnt und als „Irre“ belächelt. Erst als bei einem Einsatz im bayrischen Georgensgmünd ein Polizeibeamter von einem dieser „Reichsbürger“ erschossen wurde, dämmerte es manchen, dass man es hier nicht einfach nur mit einer Skurrilität aus dem politischen Kuriositätenkabinett zu tun hat, sondern mit einer potentiell gefährlichen Ideologie.

Mit vollem Ernst zu glauben, Kondensstreifen seien in Wirklichkeit sogenannte „Chemtrails“, mit Hilfe derer die Bevölkerung dezimiert, Gedanken kontrolliert oder die mysteriöse Krankheit „Morgellose“ herbeiführt würde, mutet reichlich skurril an. Spätestens bei der Behauptung, die Welt werde in Wirklichkeit von einer kleinen Gruppe Reptilienwesen kontrolliert, stellt sich so mancher die Frage, ob hier nicht eine handfeste psychische Erkrankung bei den Anhänger_innen solch wahnhafter Vorstellungen vorliege.

Doch wie viel Wahn steckt eigentlich in Verschwörungsideologien und ab welchem Punkt wird aus der Vorstellung, eine kleine Elite beherrsche uns, eine pathologische Paranoia? Welche sozial- und individualpsychologischen Bedürfnisse bedient der Glaube an Verschwörungserzählungen? Aber auch: Welche negativen Konsequenzen kann die pauschale Pathologisierung von Verschwörungsideologie haben?

 

Grußwort:
* Lala Süsskind – Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA)

Einführung:
* Florian Eisheuer – Ethnologe und Politologe, Leiter des JFDA-Projektes „Vorsicht Verschwörung! – Neurechte Bewegungen und ihre Weltanschauungen“

Podiumsdiskussion:
* Prof. Dr. Thomas Kliche – Psychologe und Politologe, Professor an der Hochschule Magdeburg-Stendal
* Jan-Gerrit Keil – Psychologe, LKA Brandenburg
* Giulia Silberberger – Geschäftsführerin „Der Goldene Aluhut“

Moderation:
* Donata Künßberg – Online-Redakteurin, Leitung der Bewegungsplattform der taz

 

Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/834717503336091/

 

Eine Veranstaltung des JFDA (Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus) im Rahmen des durch das Land Berlin geförderten Projektes „Vorsicht Verschwörung! – Neurechte Bewegungen und ihre Weltanschauungen“.

 

Bitte beachten Sie, dass bei der Veranstaltung Fotos gemacht werden, die im Rahmen eines Veranstaltungsberichtes veröffentlicht werden.

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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