Plakatausstellung an der Heinrich-von-Stephan Reformpädagogische Gesamtschule

Wo treffen wir auf Rassismen und Vorurteile in unserem eigenen Leben? Und was für Vorurteile über bestimmte Menschengruppen hegen wir möglicherweise selber? Diesen und ähnlichen Fragen nähert sich die 9. und 10. Klasse der Heinrich-von-Stephan Reformpädagogischen Gesamtschule in spielerischer Weise mit dem interkulturell-interreligiöse Team des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. im Rahmen einer Plakatausstellung am 13. Oktober. Die Plakatausstellung schließt eine Lernwerkstatt ab, die im Juli durchgeführt wurde. Im Rahmen dieser Lernwerkstatt wurden Collagen zum Thema Rassismus erstellt, die im Rahmen der Plakatausstellung präsentiert wurden. Die Plakate wurden von Schüler_innen und Besucher_innen lebhaft diskutiert. Dabei standen Themen wie der Umgang mit Flüchtlingen im Mittelpunkt aber auch Diskriminierungen gegenüber andere Menschengruppen oder Homophobie wurden angesprochen.
moabit-stephan-schule-3682Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein interaktives Spiel zum Thema Stereotype, welches den Schüler_innen die Möglichkeit gab, sich ganz persönlich mit dem Thema Diskriminierung auseinander zu setzen. Dabei berichteten Schüler_innen dass ihnen Vorurteile gegenüber Menschen mit einem polnischen Hintergrund bekannt seien und manche berichteten auch über ihre Erfahrung als Mädchen oder wegen ihres sozialen Hintergrundes diskriminiert worden zu sein. Innerhalb der anschließenden Diskussionsrunde wurden Vorurteile die den Schüler_innen in ihrem Alltag begegnet diskutiert und so eine Empathie für die Erfahrungen der oder des Anderen hergestellt. Im Rahmen der Auseinandersetzung mit bestimmten Vorurteilen, reflektierte ein Schüler, dass er verstehen könnte, dass die Aussage „Frauen gehören in die Küche“ für Betroffene „nicht toll sei, denn er hätte auch keine Lust die ganze Zeit kochen zu müssen“. Ein anderer Schüler diskutierte das kulturrassistische Vorurteil „alle Polen würden stehlen“ und resümiert, dass selbst wenn eine Person, die zufällig einen polnischen Hintergrund hatte, etwas gestohlen hat, heißt das noch lange nicht, dass alle Polinnen oder Polen stehlen würden. Als Handlungsanweisung wie mit solchen Vorurteilen und Diskriminierungen umzugehen ist, schlägt ein Schüler vor: „ich würde einem Vorurteil entgegentreten und sagen, dass nicht alle Leute gleich sind. Nicht jeder ist dumm, weil er einer bestimmten Gruppe angehört. Und bloß, weil einer mal etwas falsch macht, heißt das nicht, dass eine ganze Gruppe abzuwerten ist.“

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