»Nicht links, nicht rechts, sondern gegen die da oben« – Querfront als Strategie der Neuen Rechten? (Podiumsdiskussion 13.9.)

Veranstaltung in der Reihe „Aktuelle Erscheinungsformen rechter Bewegungen in Deutschland“ im Rahmen des Projektes „Rassismus in der Mitte treffen“ in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung.

* Samuel Salzborn – Politologe, Georg-August-Universität Göttingen
* Patrick Gensing – Journalist, Autor und Nachrichtenredakteur
* Melanie Hermann – Referentin des Jüdisches Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V.
* Jan Rathje – Referent der Amadeu Antonio Stiftung (Moderation)
* Anetta Kahane – Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung (Grußwort)
* Lala Süsskind – Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (Grußwort)

13. September, 19 Uhr (Amadeu Antonio Stiftung, Novalisstraße 12, 10115 Berlin)
Der Eintritt ist frei! Anmeldung erforderlich!

Die Zahl der Plätze für diese Veranstaltung ist leider begrenzt. Bitte melden Sie sich bis zu dem 12. September an: https://goo.gl/forms/wfok9M5D7ira7NBr2 Die Vergabe der Plätze erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen.

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Unter dem Schlagwort der Querfront, das bis vor wenigen Jahren noch zu den politischen Auslaufmodellen zu zählen schien, feiert der öffentliche Schulterschluss zwischen vermeintlich unvereinbaren politischen Strömungen und Akteur_innen seine Renaissance. Seite an Seite demonstrieren Rechtsextreme mit linken Friedensbewegten wahlweise gegen den Einfluss der USA, die NATO oder für eine Annäherung an Russland. In antisemitisch-verschwörungsideologischer Manier werden klare Feindbilder geschaffen und wahnhaft gegen “die Elite”, den “globalen Finanzkapitalismus” oder explizit gegen eine “jüdische Weltverschwörung” agitiert.
Unter dem Motto „Nicht links, nicht rechts, sondern gegen die da oben“ soll angesichts gemeinsamer politischer Bestrebungen die Links-Rechts-Dichotomie zwischen Akteur_innen nivelliert bzw. negiert und eine völkische Gemeinschaft suggeriert werden, die sich gegen “böse Mächte” verteidigen müsse. Eine Vielzahl neuer Online- und Print-Medien stellen dabei den (zum Teil erfolgreichen) Versuch dar, eine Gegenöffentlichkeit zu schaffen, um sich – unabhängig von der durch “die Eliten” gesteuerten “Lügenpresse” – auszutauschen, zu vernetzen und “die Wahrheit” ungehindert verbreiten zu können.
Doch nicht erst durch die “Mahnwachen für den Frieden” wurden Brücken geschlagen: linke Antiimperialist_innen, Rechtsextreme und Islamist_innen trafen sich bereits zuvor auf der Straße – um gemeinsam gegen Israel zu demonstrieren…

Es scheint, dass die Hemmungen der jeweiligen Protagonist_innen zunehmend schwinden, zu derlei Koalitionen nicht nur offen zu stehen, sondern sie auch bewusst herbeizuführen.

Soweit, so verwirrend.
Ist zum Verständnis bzw. zur Erörterung dieses Phänomens der Begriff der Querfront überhaupt zielführend? Handelt es sich dabei lediglich um eine Anpassungsstrategie, die den agierenden Personen und Gruppierungen zu gesellschaftlicher Akzeptanz und politischer Reichweite verhelfen soll? Oder ist es vielmehr so, dass der verschwörungsideologische bis antisemitische Zugang zu gesellschaftlichen Prozessen eine schon lange bestehende ideologische Schnittmenge darstellt und die Kolporteure von links bis rechts mal wieder dazu bereit sind, identitäre Hemmnisse zu überwinden?

Gefördert von: Bundeszentrale Für Politische Bildung, Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen

(Ausgeschlossen von der Veranstaltung sind Personen, die rechtsextremen Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige Menschen verachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind. Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und diesen Personen den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser zu verweisen.)

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Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/293385407693598/

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