Rechts gegen Rechts – Eine Paaranalyse

Braucht die AfD schon wieder einen Paartherapeuten?

Sollen wir nun weinen oder lachen? Europäer jedenfalls lachen sich kaputt über die „Alternative für Deutschland“ (AfD). So lästert das luxemburgische Blatt L’ESSENTIELL am 09.08.2016 über die Suche der baden-württembergischen AfD-Fraktion nach einem Paartherapeuten. Der Leipziger Mediator Gernot Barth soll als professioneller Streitschlichter alles geben, um die Wogen zwischen den verfeindeten Lagern der AfD-Fraktion im baden-württembergischen Landtag zu glätten.

Aber damit nicht genug. Die AfD hat noch mehr Probleme beim Wählerfang im rechtspopulistischen Jagdgebiet.

Worum geht es? Auf der Jagd nach Wählerstimmen kämpft die AfD nun auch um die Wähler der NPD. Und die NPD wiederum kämpft um ihr Überleben im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Nach der jüngsten Infratest-dimap-Umfrage zieht die AfD am 4. September aller Voraussicht nach zum ersten Mal in den Landtag ein. Die NPD, die bei der letzten Landtagswahl mit 6,0 Prozent der Stimmen in den Landtag kam, wird möglicherweise bei der Landtagswahl 2016 die Fünf-Prozent-Hürde nicht überwinden können – und müsste somit aus dem Landtag ausscheiden. Damit wäre nun auch der letzte Platz für die NPD in deutschen Landesparlamenten mit dem Tode bedroht.

Für die NPD geht es um alles im Kampf der beiden Parteien. Die AfD ist auf dem besten Weg, die Lufthoheit von den Stammtischen auf die von ihrer Propaganda erreichbaren Wähler zu übertragen. Die Kampfparole „Ausländer raus“ reicht im Überlebenskampf zwischen Rechts-Extremen und Rechts-Populisten  nicht mehr aus. Die Facebook-Seite des NPD-Kreisverbands Westmecklenburg will noch rechter sein als rechts und noch islamfeindlicher als die AfD es schon ist.

Dazu dient ihr, wie der Tagesspiegel berichtet, ein Foto: „Das Foto wirkt auf subtile Weise infam. Eine in schwarzem Tuch eingehüllte, vollverschleierte Frau fasst ein Wahlplakat der „Alternative für Deutschland“ an, das an einem Laternenpfahl hängt. Ob die Frau, die aussieht wie eine strenggläubige Muslima, das Plakat wohlwollend betrachtet oder es sogar aufgehängt hat, bleibt der Fantasie des Betrachters überlassen. Darum geht es offenbar bei dem Eintrag auf der Facebook-Seite des NPD-Kreisverbands Westmecklenburg. Das Foto suggeriert, die AfD lasse sich trotz islamfeindlicher Töne von Islamisten helfen. Der NPD-Kreisverband schreibt zwar nur, „Zusendung aus Schwerin! Was soll man davon halten?“, doch die Jugendorganisation der Partei, die JN, poltert in einem Kommentar. „Neben homosexuellen und negroiden AfDlern nun das noch. Diese Partei ist nichts weiter als ein Ablassventil für den Volkszorn. Unser Alternative lautet daher Nationalismus statt Patriotismus!“

Braucht die AfD also schon wieder einen Paartherapeuten? Wohl doch nicht. Die AfD ist mit Ihrer Wahlaussicht in Mecklenburg-Vorpommern von fast 20 Prozent so in Fahrt gekommen, dass sie den kleinen Bruder NPD einfach nur überfahren muss. Klingt irgendwie gruselig, nicht wahr?

Newsletter

Facebook