(Stuttgart, 27./28.06.2015) Hakenkreuz und antisemitische Schmierereien auf jüdischen Friedhof entdeckt

(Stuttgart, 27./28.06.2015) “ […]Ein großes, allerdings falsch gemaltes Hakenkreuz, ein paar Meter weiter das Wort ‚Hitler‘ – und das Ganze auf der Außenmauer des alten jüdischen Steigfriedhofs in Bad Cannstatt. Auf dem Gehsteig war zusätzlich noch mit einem Pfeil Richtung Eingang ‚Judenbank‘ geschmiert. Alles mit einer braunen Farbe. Ein Fußgänger hat die Schmierereien am Sonntagvormittag gegen 7.30 Uhr entdeckt und der Polizei gemeldet. Am Abend zuvor war der gleiche Zeuge auch schon an dem Friedhof vorbeigegangen, da war noch nichts zu sehen gewesen.

Die Polizei fand dann noch auf der anderen Straßenseite weitere Schmierereien. Unter anderem stand da ‚Fuck Isis‘ und es waren Symbole wie Sonne und Wolken und auch Satzzeichen auf die Wand gepinselt. Auch das alles in der selben braunen Farbe. Die Polizei bringt beide Schändungen in Zusammenhang und geht deshalb eher von womöglich alkoholisierten Jugendlichen als von organisierten Rechtsradikalen mit politischem Hintergrund aus. Aber auch so ist der Vorgang nur schwer erträglich. Bereits im Oktober 1992 hatte es auf dem Steigfriedhof Schändungen gegeben. Damals waren auch Grabsteine umgeworfen worden.

Netanel Wurmser will die Vermutung der Polizei nicht so ohne Weiteres teilen. Der Landesrabbiner sah sich am Montag vor Ort die Schmierereien an. ‚Der Sprachgebrauch kommt schon aus einer ganz bestimmten, antisemitischen Ecke‘, sagte er betroffen. Wurmser wollte nicht ‚zu viel über die Hintergründe philosophieren‘. Als Jugendstreich wollte er den Vorfall aber nicht durchgehen lassen, auch wenn die Täter nicht mal in der Lage waren, das Hakenkreuz korrekt zu malen. ‚Auf jeden Fall‘, sagte Wurmser, ‚ist das Ganze sehr, sehr unangenehm und ekelhaft.'“

Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 30.06.2015, S. 26.

weiter berichtete: BILD

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