„Bekennt Euch!“ – Ausstellungseröffnung in Berlin

Publikum
Publikum Gaeste1

 
Ausstellungseröffnung und Podiumsdiskussion

Mit der Barmer Bekenntnissynode vom 29. bis 31. Mai 1934 gründete sich die Bekennende Kirche (BK), die zur wichtigsten Instanz des christlichen Widerstandes gegen den Nationalsozialismus wurde. 80 Jahre später, am 27. Mai 2014, eröffnete an einem der zentralen Orte der BK, der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin, die Wanderausstellung zum Projekt „Bekennt Euch!“ Religiöse Selbstbehauptung während des Nationalsozialismus. Die Ausstellungstafeln zeigen Fotografien und Collagen aus fünf Schulklassen, die sich mit der Situation der christlichen Kirchen in der NS-Zeit intensiv beschäftigt haben. Hintergrundinformationen zum Kirchenkampf führen die Besucher in das Thema ein, im Mittelpunkt steht jedoch die Perspektive und künstlerische Verarbeitung durch die Schülerinnen und Schüler.
Anlässlich des 80. Jahrestages der Barmer Bekenntnissynode fand zur Ausstellungseröffnung eine Podiumsdiskussion über die Bekennende Kirche statt. Lala Süßkind, Sprecherin des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus, dankte in ihrem Grußwort allen Beteiligten für ihr Engagement und hob den innovativen Charakter des Schulprojektes hervor. In Bezug auf die Lehren aus der Vergangenheit betonte sie: „Am Ende einer differenzierten Betrachtung muss auch für die Kirchen immer die Frage gestellt werden: Wie weit sind wir heute, was haben wir gelernt?“
Das Podiumsgespräch moderierte Pfarrerin Marion Gardei von der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin Dahlem. Sie sprach mit den Podiumsgästen über die Rolle der Kirchen im Nationalsozialismus und über die Bedeutung des Glaubensbekenntnisses in der heutigen Zeit. Ulrike Trautwein, Generalsuperintendentin für den Sprengel Berlin, berichtete nicht nur aus ihren Erfahrungen in der Seelsorge sondern auch von der schwierigen Situation an Schulen, wenn Lehrerinnen und Lehrer auf antisemitische Anschauungen bei jungen Menschen treffen. Podiumsteilnehmer Prof. Christoph Markschies, Vizepräsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, hielt fest, dass die Wirkung der Barmer Synode ein komplexes Thema sei. Wichtig sei es aber zu verstehen, dass sie nicht politisch sondern dezidiert theologisch angelegt war. Erst durch ihren theologischen Inhalt und dessen Gegensatz zur NS-Ideologie sei sie zum Politikum geworden. Prof. Andreas Nachama, geschäftsführender Direktor der Stiftung Topographie des Terrors und Rabbiner, schloss daran an: Die Protogonisten der Bekennenden Kirche eigneten sich nicht für eine uneingeschränkte Heldenverehrung. Entscheidend sei nicht die Makellosigkeit eines Helden, sondern der Umstand, dass er in einer ganz bestimmten Situation eine ganz bestimmte Entscheidung getroffen habe und nach ihr gehandelt hat. Nur an diesem Maßstab könne man die Rolle der Bekennenden Kirche ausreichend würdigen.
Im Anschluss an das Podiumsgespräch bedankte sich Levi Salomon, Sprecher des JFDA und künstlerischer Leiter des Projektes, besonders bei den Schülerinnen und Schülern, die am Projekt teilgenommen haben. Gemeinsam habe man viel gelernt und es sei eine hervorragende Ausstellung entstanden. „Das wäre ohne Euer Interesse und ohne Euren Einsatz nicht möglich gewesen!“, lobte Salomon. Die Ergebnisse der Schülerarbeiten wurden von den Gästen mit großem Interesse aufgenommen. In vielen Gesprächen wurde die kreative Umsetzung des schwierigen geschichtlichen Themas anerkannt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Juni in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Berlin zu sehen. Ab dem 6. Juni wird sie in der Französischen Kirche Potsdam und ab dem 16. Juni in der Volkshochschule Leipzig gezeigt.
 
 

Grußworte
Pfarrer Martin Germer, Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche
MartinGermer
Lala Süsskind Uwe Lehmann-Brauns, MdA
lalasuesskind Lehmann-Brauns
Das Podium
Podium
Pfarrerin Marion Gardei Prof. Christoph Markschies
Pfarrerin Gardei Prof. Markschies
Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein Prof. Andreas Nachama
Ulrike Trautwein Prof. Nachama
Levi Salomon ProjektteilnehmerInnen
Levi Salomon SchülerInnen

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