Protest gegen Vortrag von Holocaust-Leugner David Irving

26. August 2013

Protest gegen Vortrag von Holocaust-Leugner David Irving

Hotels solidarisieren sich mit Opfergruppen des Nationalsozialismus

 Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), der Landesverband Deutscher Sinti und Roma in Berlin-Brandenburg und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) wenden sich entschieden gegen einen Auftritt von Holocaust-Leugner David Irving am 10. September 2013 in Berlin. Unterstützt werden die drei Organisationen dabei von Hotel-Mitgliedern im Bündnis gegen Homophobie. Sie haben sich darauf verständigt, dass Irving in ihren Häusern weder als Übernachtungsgast noch als Referent willkommen ist. Zahlreiche weitere Berliner Hotels haben sich dem Vorgehen des Bündnisses gegen Homophobie auf Empfehlung von Bündnis-Mitglied visit Berlin angeschlossen.

Hierzu erklärt Lala Süsskind, Vorsitzende des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus: „Wer die Gaskammern von Auschwitz leugnet und die Opfer des Nationalsozialismus diffamiert, sollte nicht nach Deutschland einreisen dürfen. Wir bedauern die Gerichtsentscheidung, das Einreiseverbot für Irving aufzuheben. Kein Berliner Hotel sollte ihm nun eine Plattform bieten.“

Die 12. Kammer des Verwaltungsgerichts München hat das seit 20 Jahren bestehende Einreiseverbot in die Bundesrepublik mit Verweis auf die EU-Freizügigkeit zum 21. März 2013 aufgehoben.

Der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg, Jörg Steinert, betont in diesem Zusammenhang: „Irving darf nur deshalb wieder einreisen, weil er gegenüber dem Verwaltungsgericht München behauptet hat, keine Vorträge in Deutschland halten zu wollen. Eine erneute Ausweisung sollte geprüft werden.“

Auch für Petra Rosenberg, Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma in Berlin-Brandenburg, ist der geplante Auftritt Irvings „eine unerträgliche Zumutung“. „Während seiner Vortragsreisen hat Irving auch in den vergangenen Jahren die Verbrechen der Nationalsozialisten relativiert und Kontakte zu einschlägigen Organisationen gepflegt“, so Petra Rosenberg.

Offenbar gibt es auch Verbindungen zum NSU.  Laut Medienberichten ist am 23. Verhandlungstag im NSU-Prozess zu Tage getreten, dass ein Exemplar des maßgeblich von Uwe Mundlos entwickelten antisemitischen Brettspiels „Pogromly“ an David Irving verkauft wurde.

Bislang hat Irving den geplanten Veranstaltungsort für seinen Vortrag in Berlin nicht bekannt gegeben.

Folgende Hotels haben David Irving in ihren Buchungssystemen gesperrt:

Radisson Blu, art´otel, Novotel, Grand Hotel Esplanade, gatrooms, Stars Guesthouse, HOTEL BERLIN – BERLIN, Mercure Hotel, Berlin City, abba Berlin hotel, FRAUENHOTEL artemisia BERLIN, A&O HOTELS and HOSTELS Holding AG, Winters Hotel Berlin und Ku´Damm 101, HAPPY BED HOSTEL Berlin-Kreuzberg, NÜRNBERGER ECK, AMANO GROUP, filouu/Apart Hotel, Landhaus Lichterfelde, ROMANTIK HOTEL KRONPRINZ BERLIN, ceo citystay hostels, Park Hotel Betriebsgesellschaft mbH/Golden Tulip Hotel Park Consul, Mövenpick Hotel Berlin, monbijou hotel, Amstel House, Hotel-Pension Waizenegger, Citylight Hotel

www.berlin.lsvd.de  

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